Kasper baut ein Haus


Ein Häuschen im Grünen

Das marotte Figurentheater war zu Gast in Landsberg

Auch Kasper, oder Kasperl, wie wir in Bayern sagen, geht mit der Zeit, Wie schön! Zumindest hat das Figurentheater Marotte den Liebling aller Kinder aufgepeppt und in die Neuzeit verfrachtet. Die Besucher des jüngsten Kindertheaters im Landsberger Stadttheater erlebten einen Kasper, der sich nicht nur so ein einfaches Häuschen im Grünen wünscht, sondem gleich was Ordentliches, mit Tiefgarage, Fußbodenheizung und Internet. Sein treuer Helfer Manni ist ausgestattet mit Kreissäge, Kettensäge, Akkuschrauber, einfach mit allem, was der Baumarkt so hergibt.

Dass dann beim Bau doch manches schiefläuft, trotz Mannis Wahlspruch “Sicherheit geht immer vor”, das hat bei Kasper Tradition. Da schusselt er selber rum, dann stört der Teufel, wahlweise als er selbst oder als Eichhörnchen verkleidet, oder gleich mit dem Tod im Schlepptau. Dass letztendlich doch ein schönes Haus steht, in dem auch die Oma einziehen kann, hat Kasper dem Manni zu verdanken.

Das marotte Figurentheater ist in Landsberg von verschiedenen Aufführungen bereits bekannt. Das aktuelle Stück trifft den Nerv der kleinen Zuschauer, das war in Landsberg zu spüren, denn obwohl auf der Bühne viel Klamauk passierte und es viel zu lachen gab, kamen die Kinder stets gleich wieder zurück, waren ruhig und neugierig auf das, was als Nächstes passiert.

Held der Aufführung war Carsten Dittirch, der Puppenspieler glänzte mit schnellen Wechseln der Puppen inklusive deren Stimmen. Als Tod sprach er so lustig zahnlos, als Teufel polterte er, ja und wie der Kasper spricht, das konnte sich jeder denken. Natürlich war Dittrich selbst der Manni, mit Schutzhelm, Schutzbrille und Ohrenschiitzern. Die ganze Bühne wurde bespielt, damit kam Schwung und viel Bewegung in das Spiel. Die Einbindung der Zuschauer klappte hervorragend, gemeinsam wurde der Kasper gewarnt und der Teufel verraten. Der kleine Achmed aus der ersten Reihe durfte sogar beim Hausbau mithelfen.

Romi Löbhard