Räuber Hotzenplotz


Die Rheinpfalz, 7.11.2006

Furiose Räuberpistole für Gross und Klein

„Der Räuber Hotzenplotz“ nach Otfried Preußler im Karlsruher Figurentheater „marotte“

Mit ihrer Version von Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Der Räuber Hotzenplotz“ als Kaspertheater mit Handpuppen ist dem Karlsruher Figurentheater „marotte“ erneut ein großer Wurf für Groß und Klein gelungen. Die Bühne sollte mit dieser furiosen Räuberpistole wahrlich fette Beute machen.

Das hat sie genau genommen schon, denn gezeigt wurde diese Produktion in der Regie von Eva Kaufmann bereits im Sommer dieses Jahres als Kinderstück der Ettlinger Schlossfestspiele, doch am Samstag wurde im voll besetzten Stammhaus in der Fabrik in der Kaiserallee nochmals die Hauspremiere gefeiert.

Die Spieler Friederike Krahl und Carsten Dittrich führen mit virtuosem Geschick und flinken Fingern die wieder einmal kess gestalteten Figuren – total witzig ist zum Beispiel die aus einer Unke zurück verwandelte Fee mit ihrem Froschmund (da hat das Feenkraut wohl nicht so ganz hundertprozentig gewirkt). Gespielt wird in einem clever gebauten, viereckigen „Kistenkaspertheater“, das gleich vier Bühnenbilder ermöglicht, auf jeder Seite eines. Das erlaubt schnelle Szenenwechsel und unterstützt das temporeiche und mit komischen Knalleffekten vielfach ausgestattete Spiel. Ein besonderer Clou ist etwa der ungenügende Suppenzauber des vermeintlich so mächtigen Zauberers Petrosilius Zwackelmann, der die renitenten Kartoffeln einfach nicht zu bändigen weiß. An dieser Stelle – und am einigen anderen auch – wird die Vorlage in absolut gewinnender Weise abgeändert und gesteigert.

Überhaupt gelingt es den „marotten“, dem Stoff alles Drollige und Bieder-Betuliche zu nehmen, ihn vielmehr komisch zuzuspitzen und daraus in animierender Frische und unbekümmerter Lust am Spiel für Kinder ab fünf Jahren mit nach oben völlig offener Altersgrenze einen hinreißenden Theaterspaß zu machen.

Bei der heftig beklatschten Premiere hatten spürbar nicht nur die Kinder, sondern auch die mitgekommenen Eltern ihr Vergnügen. (rg)



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