Wickie und die starken Männer


Die Rheinpfalz, 14.10.2008

Ganz große Oper für alle

Im Figurentheater “marotte” gibt es ein neues Stück für Menschen ab vier Jahren. Es heißt “Wickie und die starken Männer” nach dem Buch von Runer Jonsson. In 50 Minuten zeigen die “marotten”, wie sich die Leute von der “marotte” selbst nennen, ganz tolles Puppentheater

Als ich so alt war wie Ihr, da kannte ich den Wickie und die starken Männer schon, denn ich bekam einmal ein Buch mit seinen Geschichten geschenkt. Die haben mir schon damals gut gefallen. Denn Wickie zeigt, wie weit man es mit Köpfchen bringen kann. Und dass gute Ideen mehr bringen als harte Fäuste. Später gab es Wickie dann auch im Fernsehen als Zeichentrickfilm – und jetzt gibt es ihn auch im Theater. Das Karlsruher Figurentheater “marotte” lässt für alle Menschen, die älter als vier Jahre sind, in einem Stück mit Figuren und ihren Spielern “Wickie und die starken Männer” lebendig werden. Sehr lebendig. Und sehr spannend. Und total witzig.

Claudia Olma und Carsten Dittrich sind die zwei Spieler, die die Puppen oder Figuren führen. Sie sind aber immer sichtbar. Alles ist Theater, ist ein Spiel. Aber es ist so ein schnelles und mitreißendes Spiel, dass alle, Kinder und Erwachsenen, ganz schnell vergessen haben, dass hier nur mit Puppen aus Stoff, Papierbildern und ein paar Spielzeugsachen gespielt wird.

Wilde Verfolgungsjagden,
Pleiten, Pech und Pannen,
zum Teil in Zeitlupe.

Ja noch mehr, was die “marotten” unter der Spielleitung von Thomas Hänsel, dem Theaterchef, also dem Halvar der “marotte”, hier zeigen, ist wie ein Film. Wie eine ganz lustige Komödie voller Klasse-Gags. So gibt es auch hier wilde Verfolgungsjagden, Pleiten, Pech und Pannen, Zeitlupe – vor Szenen, in denen den Großmäulern dasselbe gestopft wird.

“Wickie und die starken Männer” in der “marotte” in Karlsruhe: das ist wie ganz tolles Kino für Euch, aber auch für Eure Eltern und Großeltern. Aber – und das ist das Allerbeste daran. Hier werden keine Lichtbilder auf eine Leinwand geworfen, hier spielen wirkliche Menschen für Euch und mit Euch. Sie zeigen Euch, wie Wickie den bösen Wolf neckt, weil er auf einen hohen Baum klettert. Wie Wickie mit der Erfindung der Schleuder seinen Vater Halvar beim Steineschleppen besiegt – und wie Wickie Halvar und seinen Männern, einer Ansammlung seltsamer Gestalten, beim Beutezug in Frankreich aus der Patsche helfen muss. Sie zeigen Euch aber auch, wie das Spiel im Theater Eure Fantasie erweckt und wie es Euch mit ganz wenigen, aber sehr geschickt eingesetzten Gegenständen in die Welt der Wickinger versetzt. (rg)



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