Die Königin der Farben


BNN Dienstag, 15.03.201

Gefühle im Wandel der Farben

“Die Königin der Farben”: Neues Kinderstück im Figurentheater marotte

“Wie viele Minuten noch?“ Ungeduldig warten die kleinen Zuschauer auf ,“Die Königin der Farben” und drehen sich dabei fragend immer wieder zu ihren Eltern um. Für viele von ihnen ist es das erste Mal im Theatern Nun erwarten sie die Premiere des Stückes unter der Regie von Lisa Augustinowski nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Jutta Bauer. Als sich der weiße Vorhang auf der Bühne bewegt, liegt die Aufmerksamkeit der Jungen und Mädchen schlagartig auf dem Bühnenbild (Coco Buch): Ein übergroßer Thron mit Krone, ein Projektor mit Hasenohren und Wände aus Stoffbahnen sind zu sehen. Was Schauspielerin Claudia Olma daraus zu zaubern vermag, wird die zahlreichen Gäste ab fünf Jahren in der 60-minütigen Vorstellung zum Staunen bringen. Der Gong ertönt und es geht los!

“Gelb, Rot, Blau, guten Morgen! Eure Königin erwartet euch” ruft Regentin Malwida selbstbewusst auf ihrem Thron sitzend, doch ihre Untertanen erscheinen nicht. Das kann nur daran liegen, dass Blau manchmal rechts mit links verwechselt oder Rot furchtbar krank ist. Dann wünscht sie sich eben das sanfte Gelb herbei, das federleicht auf die Bühne schwebt, die in sonniges Licht getaucht wird. Endlich wird der Hoheit warm ums Herz, denn die fühlt sich stets wie ihre Grundfarben, und auch die Kinder haben ihre Freude am pustenden Spiel mit der Feder, bis der Trägerin der Krone zu heiß wird und sie kühlende Erfrischung benötigt. Der blaue Luftballon sorgt sogleich für glitzernde Schneeflocken und Malwida tanzt auf dem Eis (Musik: Frieder Egri) bis ihre Nase rot wird im Frost. Nun kann nur noch das feurige Rot sie retten – und sofort entbrennt ein gefährlicher Stierkampf auf der Bühne. Geschickt weicht die Herrscherin dem mächtigen Tier aus, als Blau wieder auftaucht. Nun schreitet Olma – matschige Geräusche erzeugend – über die Bühne auf den Tageslichtprojektor zu, der Meereswogen an die Wand wirft. Olma, die den Farben Persönlichkeit gibt, sie aufbrausen, entspannen und herumalbern lässt, überzeugt durch ihre amüsante wie eindrucksvolle Darstellung und den kreativen Einsatz der puristisch eingesetzten Requisiten nicht nur die kleinen Zuschauer. Das Gelb ist plötzlich eine eitle Handpuppe und durch einen Wurm im Apfel wird Malwida zum Huhn, das drei bunte Eier legt. Diese wiederum verwandeln sich in Pizzateig und auf der bemalten Folie des Projektors fährt die Königin Fahrrad. Fantasiereich endet alles in Farbenchaos und Streit um den Thron und im Gemenge verliert Malwida nicht nur ihre Untertanen, sondern auch ihre einzigen Freunde.

Zum Glück tauchen letztlich alle wieder auf und die Herrscherin tanzt einen bunten Bändertanz bis die kleinen Zuschauer im Saal in herzhaftes Lachen ausbrechen. Für viele von ihnen wird es sicherlich nicht das letzte Mal im Theater sein.
Elisa Walker