Jumbo und Winz


Die Rheinpfalz Dienstag, 15.07.2014

Groß und klein

WIR SIND FAMILIE: “Jumbo und Winz“ neu im Karlsruher Figurentheater “marotte”

Ein sehr schönes und poetisches Stück für Menschen ab drei Jahren hat das Karlsruher Figurentheater “marotte“ neu im Programm: “Jumbo und Winz”. Das bekannte Kinderbuch von Eric Battut wird ln dieser Einstudierung auf fantasievolle Weise auf die Bühne gebracht.

Friederike Krahl, die Spielerin, und Eva Kaufmann als Gastregisseurin haben dabei eine eigene Optik und einen eigenen Stil bei der Übertragung des Bilderbuchs ins Figurentheater gefunden. Die Botschaft der Geschichte über zwei Freunde aber ist aufs Schönste erhalten geblieben: jeder soll sich so nehmen. wie er ist, oder ganz groß oder ganz klein. Der Wunsch, anders zu sein und so wie der Andere macht auf Dauer nicht glücklich. Die Ausstattung auf der Bühne und die Erscheinung der Figuren, die bewusst nicht den sehr abstrakten Bildern aus der Buchvorlage entsprechen. stammt diesmal von Flunker-Produktionen.

Friederike Krahl, die aparterweise mal den Jumbo und mal den Winz spielt und dann die Figur des jeweils anderen führt, hat ein ausgeprägtes Gefühl für das richtige Tempo und den passenden Ton, wenn sie die Geschichte erzählt, mit den Kindern spricht oder auf deren spontane Einwürfe reagiert.

Der zarte Ton dieser durchaus nachdenklichen Geschichte ist stets spürbar und spricht das “kleine” wie das “große” Publikum an. Doch wie immer bei den “marotten” gibt es dazu viele heitere Elemente – zum Beispiel, wenn der wohlbeleibte Jumbo jeder seiner Speckrollen einen Namen gibt, Viele Szenen sind so komisch akzentuiert und machen dem jungen Publikum spürbar viel Freude. So spielen Jumbo und Winz unter anderem auf lustige Art in und mit einer Mütze Verstecken oder gehen mit einem rosa Pantoffel als Raumschiff auf eine fantastische Reise ins All.

Sehr geschickt gelingt es auch. die Wende in der Geschichte mit dem Übergang in die andere, umgekehrte Welt jenseits der Mauer und die glückliche Rückkehr auszuspielen.

Auch die jüngsten. also gerade erst drei Jahre alten Besuchen blieben aufmerksam beim Spiel dabei und haben verstanden, was hier im Theater gespielt wird. (rg)