Der kleine Ritter Trenk


DIE RHEINPFALZ, 12.07.2017

Großes Kino aus dem Mittelalter

“Der kleine Ritter Trenk” im Karlsruher Figurentheater Marotte

“Der kleine Ritter Trenk” von Kirsten Boie ist ein bekanntes Kinderbuch. Vielleicht kennt ihr es. Aus der Geschichte, die vor rund 1000 Jahren im Mittelalter spielt, hat das Karlsruher Figurentheater marotte jetzt ein ganz tolles Stück gemacht.

Trenk ist ein armer Bauernjunge, der wie seine Eltern, seine Schwester und sein Schweinchen Leibeigener eines bösen Ritters ist, also diesem gehört.

Damit das nicht so bleibt und er und seine Familie frei leben können. zieht er in die Stadt, Dort trifft er einen adeligen Angsthasen, an dessen Stelle er Knappe auf einer Burg wird. Dort besteht er mit dem Mädchen Thekla mutig viele Abenteuer.

In der Regie von Friederike Krahl spielen jetzt in der marotte Claudia Olma und Carsten Dittrich mit vielen Figuren und Bühnenbildern (die Ausstattung ist von Mathias Hänsel) diese spannende Geschichte. Wie immer bei den Marotten sprüht das Spiel nur so von tollen Einfällen. Der Text ist mit seinen vielen Anspielungen auch wieder sehr witzig. Das Spiel als Spiel ist leicht zu durchschauen. Doch gerade durch die große Zahl an Figuren und Bildern werden alle Zuschauer von der Geschichte gefesselt. Es ist vorzügliches Figurentheater, ja, aber irgendwie auch ganz großes Kino.

Es gibt sagenhafte Überraschungsmomente in dem rund 5O Minuten langen Stück. Als besonderen Höhepunkt gibt es den Auftritt einer riesigen Drachenmama und ihrer zwei Drachenbabys. Kein Ritterspektakel ohne die fauchenden Riesenechsen. Genauso köstlich ist die ganz kleine Szene, wenn Trenk und Thekla durch einen Geheimgang auf die Burg gehen und ihre Worte als Echo nachhallen.

Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahren, aber auch für Ältere und Erwachsene ein großes Vergnügen. Und alle können dabei viel über die Zeit vor vielen hundert Jahren erfahren.
lrg