Die Weihnachtsgeschichte


Die Rheinpfalz, 13.12.2007

Lebendiges Buch

„Die Weihnachtsgeschichte“ in der „marotte“

Wer kennt nicht die Sätze aus dem Lukas-Evangelium „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging …“, aber wer hat schon ein Buch, in dem dieser Kaiser lebendig wird. Dieses befindet sich im Figurentheater „marotte“, wo es zur Bühne für die Erzählung der Weihnachtsgeschichte wird.

Unter der Regie von Claudia Olma kommt die Puppenspielerin Friederike Krahl, verkleidet als Putzfrau, völlig entnervt von den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest auf die Bühne und findet ein großes Paket. Kaum hat sie das darin enthaltene alte Buch in der Hand und öffnet es, nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Zunächst beginnt ein Dialog mit dem Kaiser Augustus, der auf der zweiten Seite des Buchs thront. Die Schriftrolle, auf die der Kaiser verweist, Steckt im Buchrücken und enthält als roten Faden des Spiels das Weihnachtsevangelium. Diese Schriftrolle wird von der Spielerin immer wieder zur Hand genommen, um Textpassagen daraus vorzulesen. Mit jedem Umblättern des Buchs wird der Text auf der Schriftrolle in lebendiges Spiel verwandelt. Neben den Bildern der Buchseiten werden weitere Kulissen und die Papierfiguren aus dem Buch gezaubert.

Wie von den „marotten“ gewohnt, wird ideenreich das Spiel ausgeschmückt, das sich ansonsten sehr streng an das Evangelium hält. So hört das Eselchen nicht auf Josef, sondern nur auf Maria und weiß auch geschickt Kommentare abzugeben. Auch nicht ganz bibeltreu ist die Maus im Stall, die sich ganz besonders groß und wichtig vorkommt, weil in ihrer Krippe der Heiland liegt.

Auch von den menschlichen Zügen der Heiligen drei Könige, die hungrig, durstig und müde durch die Wüste kommen, weiß die Bibel nichts zu berichten.

Wie gespannt die Zuschauer der Aufführung folgten, war an der Stille im Raum zu spüren. Obwohl sich die Papierfiguren kaum bewegten waren sie lebendig und haben die Zuschauer in ihren Bann gezogen. So stimmte jedes kleine und große Kind am Ende der Aufführung zu, dass es schön ist, sich auf Weihnachten zu freuen.



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