Kuh Lieselotte


DIE RHEINFPALZ, 08.05.2017

Pappe( r )lapapp

Die “Kuh Lieselotte” in der Karlsruher marotte

Der Vorhang geht auf – und was sehen wir: keine Kuh und keinen Bauernhof. Nein, Fridolin, das gelbe Postauto von Postbote Heiner. Und das ist ganz aus Pappe. Das neue Stück der marotte in Karlsruhe steckt voller Überraschungen. So habt ihr die Geschichte von der Kuh Lieselotte noch nicht gesehen.

Das macht die Dreiviertelstunde für Kinder ab vier Jahren – und die mitgekommenen Erwachsenen – zu einem ganz spannenden und sehr lustigen Vergnügen.

Der Postbote ist als Einziger nicht von Pappe, denn das ist Thomas Hänsel, der Spieler. Er erzählt von seinen Erlebnissen beim Paketaustragen auf dem Bauernhof von Bäuerin Roswitha, der er schöne Augen macht. Weniger harmonisch ist zunächst sein Verhältnis zur eifersüchtigen Kuh Lieselotte. Die setzt ihm ordentlich zu. Sogar in seinen Albträumen verfolgt sie ihn und frisst ihn darin gar auf.

Das Schattenspiel vom Postboten im Kuhmagen ist nur eine der tollen Einfälle in diesem Stuck. Hier wird nämlich nicht einfach die Geschichte aus dem bekannten Kinderbuch nacherzählt. Diese ist der Anlass für ein originelles und an witzigen Einfällen reiches Figurentheater. Wie gesagt, die Figuren und das Bühnenbild (Matthias Hänsel) sind aus Pappe. Aber daraus lässt sich ganz viel machen.

Wie immer gibt es große und kleine Figuren und unterschiedliche Szenenbilder. Auch fetzige Showteile fehlen nicht bei diesem prallen Spektakel. Die Hühner auf dem Hof, die “Chicken Wings”, haben ihren großen Auftritt.

Für Eltern, Onkeln und Tanten oder Großeltern gibt es auch viel zu entdecken bei diesem neuen Theaterstück des Kindertheaters marotte in der Regie von Jörg Bretschneider. Köstlich sind die vielen Anspielungen in Text und Bild (beim großen Kuhkopf nach Picassos Gemälde “Guernica”), aber auch die Musik von den Beatles.
rg