Die Königin der Farben


Die Rheinpfalz, Samstag, 19.03.2016

Poesie in Rot, Blau und Gelb

Vielleicht kennt ihr das Buch “Die Königin der Farben” von Jutta Bauer. Das Karlsruher Figurentheater Marotte hat die Geschichte von der Königin Malwida und ihren Untertanen, dem Rot, Blau und Gelb, jetzt zu einem sehr einfallsreichen Figurenspiel gemacht.

Claudia Olma spielt wie immer sehr lebendig und mit viel Gefühl die Königin, die am Anfang ihre bunten Untertanen zu sich ruft. Doch die kommen erst langsam auf die Bühne. Mit ganz unterschiedlichen Requisiten lässt die Königin sie lebendig werden.
Sie benutzt zum Beispiel ein rotes Tuch, mit dem sie eine Art Stierkampf darstellt. oder einen blauen Luftballon. Der sorgt für eine frische Brise.

Bei dem frechen Gelb führt sie auch eine Handpuppe. Deren Auftritt ist besonders lustig — und die einzige Szene mit viel Text. Sonst ist das Spiel vor allem auf Bilder und Musik (sehr passend und stimmungsvoll von Frieder Egri kreiert) ausgerichtet.

Auch wenn es nicht ohne Streit zwischen der Königin und den drei Grundfarben geht, am Ende bleibt die Welt nicht grau, sondern Rot, Blau und Gelb, aus denen ja allen anderen Farben gemischt werden können, kommen wieder.

Bei dem von Lisa Augustinowski in der Ausstattung von Coco Ruch sehr poetisch und reizvoll in Szene gesetzten Spiel wird auch ein fast schon museumsreifer Tageslichtprojektor eingesetzt. Mit ihm lässt sich in fantasievoller und fast schon filmreifer Weise eine hübsche Szene vorführen. (rg)