Teddy Brumm


BNN, 17.04.2018

Wahre Freundschaft

“Teddy Brumm” im Figurentheater marotte

Auf einem kleinen quadratischen Tisch entsteht in 35 Minuten aus der emotionalen Geschichte des kleinen “Teddy Brumm” im Figurentheater marotte ein Kleinod der Puppentheaterkunst. Denn nur scheinbar mutet die Geschichte des kleinen, kuschligen Freundes profan an. Dem kleinen Klaus zum vierten Geburtstag geschenkt, wird Brumm rasch schon zum echten Lebensgenossen. Die Heiterkeit des tagelangen Spiels steht Brumm mit Klaus ebenso durch wie die öden Momente, in denen der braune Bär so manches Kunststück vollführt, um “seinen” Jungen bei Laune zu halten – und selbst beim Anflug der ersten Tristesse ist das kleine Kuscheltier mit kitzelnder Tatze zur Stelle. Ein scheinbares Idyll kindlicher Ausgelassenheit. Wäre da nicht der fünfte Geburtstag und der grüne Hulk, der neben seinem megaflexiblen Arm auch noch mit einem unsichtbaren Laserschwert und Atomsohlen ausgestattet ist. Eine Coolness, mit der Brumm leider nicht aufwarten kann. Von Klaus allmählich vergessen, reißt er aus und begibt sich in den finsteren Wald, in dem die Tannen über den ulkigen Gast sprechen, aber auch die Ente Kalina nach einer finsteren Nacht ohne die vertraute Bettwärme zu Hilfe eilt.

Der Ausflug auf die Spielwiese, die Brumm mit Plüschtier Schnipsel, Kalina und Giraffe unternimmt, wird zum bärenstarken Abenteuer für eine geschundene Teddybären-Seele. Doch dann schickt Klaus einen Brief, in dem er reuig schreibt “Reiß mir bitte nie mehr aus!” Da lässt sich Brumm nicht zweimal bitten: Die Umarmung seines lieben Klaus ist ihm doch die innigste Freude.

Was sich im Übrigen auch von Tristan Vogts Regie-Idee sagen lässt, die von der Puppenspielerin Friedrike Krahl famos auf den kleinen Tisch gezaubert wird. Zwischen humorvollen Gesten, wildem Spaß und gefühlvollen Momenten lässt diese wunderbar innige Geschichte über die Kraft wahrer Freundschaft nicht nur die gute halbe Stunde wie im Nu verfliegen, sondern lässt neben all den Kindern auch so manchem Erwachsenen wie verzaubert lächeln.
Markus Mertens