Piggeldy und Frederick


BNN, 24.03.2018

Witziges Fragespiel mit viel Entdeckerfreude

Am Figurentheater marotte hatte “Piggeldy und Frederick” mit Sebastian Kreutz Premiere

Wozu sind große Brüder gut? Nicht nur zum Motorradfahren und Fußball spielen, erklärt das große Schwein Frederick stolz seinem kleinen Bruder Piggeldy: “Große Brüder wissen alles” Na, wenn Frederick da nicht den Rüssel zu voll genommen hat: Fortan fragt ihm nämlich sein kleiner Bruder wahre Löcher in den rundlichen Schweinebauch: Was ist eine Ente? Was ist Wandern? Was ist Natur? Was ist Glück? Und was, bitteschön, ist denn hinter den großen Bergen?
Was Piggeldy so alles fragt und welche Antworten Frederick einfallen, wurde in den frühen 1970er Jahren in der ARD-Reihe “Sandmännchen” erzählt. Wie sich die stets wenige Minuten kurzen Episoden stimmig zu einem Stück verbinden lassen, ist nun in der marotte zu sehen. Unter der Regie von Eva Kaufmann schlüpft Sebastian Kreutz in die Rolle des Frederick und spielt zugleich den als äußerst knuffige Handpuppe gestalteten Piggeldy (Ausstattung: Vera Kniss) sowie diverse andere Tierchen. Zum Beispiel zwei Schnecken, anhand derer erklärt wird, was “schnell” ist – nämlich das Gegenteil von langsam.
Konzipiert für Kinder ab vier Jahren beginnt die 45-miniitige Aufführung bewusst gemächlich: Wenn Kreutz anfangs nach einer angeblich verschwundenen Frederick-Puppe sucht, dann reicht den kleinen Zuschauern ein Blick auf seine rosafarbene Hüfttasche, um zu wissen, dass er selbst diese Rolle übernehmen wird. Hat Piggeldys Fragerei aber erst mal Fahrt aufgenommen, dann wird’s mitunter derart brüllkomisch, dass auch Ältere richtig Spaß haben. Zumal ganz unaufdringlich große Themen wie Angst, Streit, Versöhnung und Entdeckungsfreude anklingen und Kreutz den Puppen (und ganz besonders Piggeldy) überzeugend ein liebevolles Eigenleben verleiht.
Andreas Jüttner