Michel in der Suppenschüssel


Die Rheinpfalz, 13.07.2002

Wo immer etwas los ist

„Michel in der Suppenschüssel“ im Karlsruher Figurentheater „marotte“

Die Geschichten vom Michel aus Lönneberga gehören zu bekanntesten Kinderbüchern der legendären schwedischen Autorin Astrid Lindgren. Auf dem Bauernhof, auf dem der kleine Michel mit seinen Eltern, seiner kleinen Schwester Ida sowie Knecht Alfred und Magd Lina lebt, ist immer etwas los. „Er macht nur immer Unfug, dieser Junge“, so sagt es die Lina im Buch. „Und macht er selbst keinen Unfug, so passiert trotzdem noch genug mit Michel.“ Berühmt ist die Geschichte mit der Suppenschüssel. Da wollte der Michel an den letzten Rest der guten Rindfleischsuppe kommen und blieb mit seinem Kopf in der Schüssel stecken…

Im Karlsruher Figurentheater „marotte“ darf diese sonderbare Begebenheit beim Spiel von Friederike Krahl und Thomas Hänsel in der Regie von Lisa Augustinowski natürlich auf keinen Fall fehlen. „Michel in der Suppenschüssel“ ist ja auch der Titel der neuen Produktion für Kinder ab vier Jahren. Doch daneben ist zum Beispiel auch zu sehen, wie der Michel sein arges kleines Schwesterchen an der Fahnenstande hochzog, damit die sich die Gegend mal von oben anschauen kann. Und die Freundschaft zwischen Michel und dem Knecht Alfred wird in einem gefühlvollen Moment ebenfalls angesprochen.

In bester „marotte“-Manier gelingt es Friederike Krahl und Thomas Hänsel, die Geschichte originell und immer mit einem erfrischenden Augenzwinkern zu präsentieren. Sehr vielfältig sind eingesetzten theatralischen Mittel, wobei mit effektvollem Pfiff immer wieder auch auf den Spielcharakter des Ganzen verwiesen wird.

Köstlich sind einmal mehr die Figuren, wobei bei Vater und Mutter die Ähnlichkeit zu Krahl und Hänsel wohl kaum unbeabsichtigt und zufällig ist.

Für die Kleinen wird hier ein herrliches Kinderbuch in lustiger Weise lebendig, für die Größeren und Großen ist es das kesse Spiel mit den unterschiedlichen Spiel Ebenen, das ein ungeteiltes Vergnügen bereitet. (rg)



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