15. Karlsruher marottinale


Reizende Hennen

Mit der „Vermessung der Welt“ beginnt am 5. März die Karlsruher marottinale

Wenn Theaterleute häkeln, gibt’s fast nichts zu mäkeln: Zu diesem Schluss muss kommen, wer Thomas Hänsel über das Stück „Und der Hahn hat immer recht“ schwärmen hört. Bei dem Stück, mit dem die Berliner Pyromantiker am 6. März bei der marottinale auftreten, sind sämtliche Kostüme und Requisiten vom Morgenmantel über die Blumenvase bis zum Toastbrot gehäkelt. Sogar der Kaffee, der aus der Kanne fließt, ist von Hand gearbeitet. Ansonsten geht es vor allem um Hühner. Reizende, liebevolle Hennen, die alles unternehmen, um den Hahn zu verwöhnen – bis sie merken, mit Wem sie es eigentlich zu tun haben.

Die Berliner Produktion passt zum diesjährigen Motto der marottinale „Tierisch gut“. Zum 15. Mal findet das Karlsruher Festival statt – Grund genug für Thomas Hänsel, den Leiter des gastgebenden Figurentheaters marotte, zwei der insgesamt acht Gastspiele im Tollhaus anzusiedeln. Dort bietet das Berliner Theater Zitadelle an zwei Abenden zwei unterschiedliche Fortsetzungen seiner Inszenierung der „Berliner Stadtmusikanten“: Das sind Frau Kuh, Herr Wolf, Frau Katze und Herr Spatz, die in einem Altersheim leben und dort vor immer neue Herausforderungen gestellt werden. Für marotte-Chef Hänsel ein absoluter Top-Tipp.

Der Auftakt der marottinale mit dem Gastspiel des Leipziger Theaters Korona („Die Vermessung der Welt“) ist bereits ausverkauft, dafür gibt es für alle anderen Aufführungen Karten, nicht zuletzt für die Kindervorstellungen wie etwa „Hühner“, einer Puppenclownerei des Theaters Die Exen aus Neuhaus am Inn, oder „Konrad, das Kind aus der Konservenbüchse“ von Gustavs Schwestern aus der Schweiz.